Definition:
Ein Digitaler Kalibrierschein / Digital Calibration Certificate (DCC) ist ein flexibles, maschinenlesbares, modulares und standardisiertes XML-Schema, das entwickelt wurde, um die Digitalisierung von Kalibrierungsprozessen gemäß ISO/IEC 17025 zu unterstützen.
Der DCC wurde entwickelt, um strukturierte, interoperable Kalibrierdaten zu ermöglichen, und bildet die Grundlage für die Integration messtechnischer Informationen in automatisierte und digitale Qualitätsinfrastrukturen.
Das DCC-Schema integriert Verwaltungsdaten, Messergebnisse und optionale, für Menschen lesbare Komponenten.
Jeder Metrologe/Kalibrierungsspezialist kann die PTB-DCC-Vorlage an die individuellen Anforderungen der jeweiligen Messgröße anpassen, indem er spezifische Messergebnisse innerhalb einer vordefinierten Struktur hinzufügt.
Das Ergebnis: hohe interoperable Datenqualität bei gleichzeitiger Wahrung von Flexibilität und fachspezifischer Relevanz.
Wir haben auf dieser Website vorgefertigte DCCs für verschiedene Messgrößen zusammengestellt sowie weitere DCCs/Messgrößen, die sich derzeit in der Entwicklung befinden.
DCC-Schema (Template)
Der grundlegende Aufbau des Digitalen Kalibrierscheins (DCC):
Wie das derzeitige papierbasierte Kalibrierzertifikat liefert auch der DCC Informationen über die Qualität eines Ergebnisses, das mit einem Gerät erzielt werden kann. Die rückverfolgbare Kalibrierung von Geräten ist daher die wesentliche Grundlage für korrekte und vergleichbare Messungen, die beispielsweise in der industriellen Fertigung unverzichtbar sind. Ohne sie ist es nicht möglich, Aussagen über die Qualität eines Produkts zu treffen. Der besondere Mehrwert des DCC ergibt sich aus seiner maschinellen Lesbarkeit. Alle darin enthaltenen Informationen, einschließlich der numerischen Kalibrierkurven, können direkt und automatisch in alle digital unterstützten Prozesse übertragen werden.
Insbesondere digital unterstützte Prozesse (z. B. in Produktion und Qualitätssicherung) profitieren enorm von der maschinenlesbaren Form des DCC. So lässt sich beispielsweise ein automatischer Abgleich von Daten aus verschiedenen Kalibrierzertifikaten in den komplexen Ablauf einer Produktionskette integrieren. Dies ermöglicht es, zukünftige Prozesse entsprechend den im DCC festgelegten Rahmenbedingungen zu optimieren. Bei Längenangaben, die beispielsweise in allen Industriezweigen wichtig sind, hängt der Einsatz von Messblöcken von der Temperatur ab. Mit den Informationen aus dem Kalibrierzertifikat zur zulässigen Temperatur (z. B. 20 °C ± 1 °C) und der Angabe der temperaturabhängigen Längenänderung (z. B. für Stahl 11 µm/(K∙m)) lassen sich direkt Rückschlüsse auf die Fertigungsgenauigkeit ziehen.
Quelle: GEMIMEG (GEMIni | MEtrology | Global) project site.
Siehe auch: "Digitaler Kalibrierschein" (Wikipedia-Artikel / neu / 12-2025)
Das DX-Schema
Die ersten Schritte zur Entwicklung eines modularen Systems – DX Schema – aus XML-Elementen wurden bereits unternommen, basierend auf dem XML-Schema für den DCC.
Dieses System aus „Bausteinen“ ist sehr flexibel in seiner Gestaltung, ist aber durch die Grenzen modularer technischer Umsetzungen limitiert.