Die Arbeitsgruppe betreibt vier Primärnormale zur Realisierung der Druckskala im Vakuumbereich von 10⁻⁹ Pa bis 10³ Pa sowie der Skala für kleine Gasströme im Bereich von 10⁻¹⁴ mol/s bis 4×10⁻⁹ mol/s. Anhand dieser Primärnormale werden Vakuummessgeräte und Referenzleckagen für zahlreiche internationale Kunden kalibriert. Die Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf die Verbesserung der Realisierung und Verbreitung der Druckskala im Vakuumbereich sowie auf rückverfolgbare Ausgasungs- und Leckratenmessungen.
Seit 2020 wurde ein automatisierter Arbeitsablauf für den Kalibrierungsprozess und die Erstellung digitaler Kalibrierungszertifikate (sowohl maschinenlesbar als auch für Menschen lesbar) etabliert. Seitdem wurden mehr als 600 DCCs ausgestellt.
Digitalisierung und DCC
Zwei der vier Standards sind in einen digitalen Workflow integriert, der ein automatisiertes Auslesen der Kalibrierungsdaten und die Übertragung in den DCC-Erstellungsprozess ermöglicht. Die vor Ort entwickelte Software ist in der Lage, maschinenlesbare und interpretierbare XML-DCCs zu erstellen und gleichzeitig für Menschen lesbare PDF-Dateien zu generieren.
Mithilfe von Webanwendungen wird das Kalibrierungsdokument von den Mitarbeitern der Arbeitsgruppe mit Verwaltungs-, Kunden-, Mess- und Auswertungsdaten ausgefüllt. So können Formulare wie Kalibrierzertifikate, Versandaufträge usw. erstellt werden. Das vom Labor ausgestellte „digitale Kalibrierzertifikat“ (DCC) wird auf der Grundlage von Kalibrierdokumenten erstellt, die in einer NoSQL-Datenbank gespeichert sind.
Die Messgeräte, Messabläufe und Kalibrierdokumente werden automatisch in der Labordatenbank verwaltet bzw. erstellt.
Nationale und internationale Zusammenarbeit
- BIPM: Beratender Ausschuss für Masse und verwandte Größen (CCM) – Arbeitsgruppe für Druck und Vakuum (WG PV)
- ISO: Technisches Komitee (TC) 112 (Vakuumtechnik) / Internationale Normung
- DIN (Deutsches Institut für Normung): Fachausschuss für Vakuumtechnik
- Deutsche Vakuumgesellschaft